7× Alle Listen
Die Checklisten aller sieben Schritte für die Vorstandssitzung
Die 55 Punkte aus allen sieben Schritten, auf einer Seite und in der Reihenfolge, in der sie anstehen. Jede Liste ist so geschnitten, dass sie in einer Sitzung durchgegangen und beschlossen werden kann.
Wer eine Zeile nicht einordnen kann, folgt dem Verweis zurück in den Schritt — dort steht, warum der Punkt so formuliert ist.
Umfang
55 Punkte in 7 Listen
Rhythmus
eine Liste je Sitzung
Ergebnis
Beschlüsse, keine Absichten
So wird daraus eine SitzungAnleitung
Wie eine Liste in der Sitzung benutzt wird
Eine Liste kommt als eigener Tagesordnungspunkt auf die Einladung, nicht als Sammelposten unter „Verschiedenes“. Die Punkte werden der Reihe nach durchgegangen, und zu jedem wird eines von drei Dingen protokolliert: erledigt, beschlossen mit Zuständigkeit und Frist, oder offen mit Namen und Frist.
Der dritte Fall ist der wichtigste und wird am häufigsten übersprungen. Ein unbeantworteter Punkt ist keine Lücke im Protokoll, sondern der eigentliche Ertrag: Er zeigt, wo im Verein etwas nicht dokumentiert ist. Ein Haken aus Gefälligkeit macht die ganze Liste wertlos.
Die Reihenfolge der Listen ist nicht beliebig. Die erste und die zweite liefern das Fundament — welche Daten der Verein führt und wo sie künftig liegen —, und alle weiteren greifen darauf zu. Ab der dritten entscheidet die Dringlichkeit. Die siebte gehört ans Ende, weil sie die Ergebnisse aller vorherigen zusammenfasst; wer nur eine einzige Liste abarbeiten kann, nimmt trotzdem sie.
Schritt 01 · Bestandsaufnahme 7 Punkte
Checkliste 01: Bestandsaufnahme
- Alle Orte auflisten, an denen Mitgliederdaten liegen — auch Papier, auch private Geräte.
- Je Zeile eintragen, wer Zugriff hat und auf welcher Grundlage verarbeitet wird.
- Besondere Kategorien nach Artikel 9 gesondert markieren, insbesondere Gesundheitsangaben.
- Zweite Liste anlegen: Konten, Domains, Postfächer, Bankzugänge — jeweils mit Inhaber.
- Doppelte Adresslisten benennen und festhalten, welche künftig die maßgebliche ist.
- Unterlagen ohne Zweck und ohne laufende Frist zur Vernichtung vormerken.
- Ergebnis ins Protokoll und einen Termin für die Folgeprüfung setzen.
Zur Begründung in Schritt 01 — dort steht, welche Entscheidungen hinter den Punkten stehen und welche Norm sie trägt.
Schritt 02 · Mitgliederdaten 8 Punkte
Checkliste 02: Mitgliederdaten
- Feldplan beschließen: welche Felder geführt werden und auf welcher Grundlage.
- Entbehrliche Felder aus dem Altbestand entfernen, statt sie zu übernehmen.
- Vier Rollen festlegen und namentlich zuordnen; zwei Personen mit Verwaltungszugriff.
- Maßgebliche Liste bestimmen, übrige abgleichen, Abweichungen klären.
- Probeübernahme mit zehn Datensätzen, erst danach der Gesamtbestand.
- Vertrag zur Auftragsverarbeitung schließen, bevor Daten an einen Dienstleister gehen.
- Stichtag protokollieren, Altlisten löschen, Sicherungskopie einrichten.
- Informationsblatt nach Artikel 13 dem Aufnahmeantrag beilegen.
Zur Begründung in Schritt 02 — dort steht, welche Entscheidungen hinter den Punkten stehen und welche Norm sie trägt.
Schritt 03 · Zusammenarbeit im Vorstand 8 Punkte
Checkliste 03: Zusammenarbeit im Vorstand
- Vereinspostfach einrichten und Funktionsadressen für die zentralen Ämter anlegen.
- Beschließen: alle Dienste laufen auf Vereinskonten; private Zugänge werden übertragen.
- Einen Ablageort bestimmen und die sechs Hauptordner anlegen.
- Zwei Personen mit Verwaltungsrechten, alle übrigen mit Schreib- oder Lesezugriff.
- Sitzungsform in der Satzung prüfen und, falls nötig, eine Regelung vorbereiten.
- Beschlusssammlung anlegen und rückwirkend mit den letzten zwei Jahren füllen.
- Vertrauliche Vorgänge in einen Bereich mit engerem Zugriff legen.
- Frist vereinbaren, innerhalb derer ein Protokoll abgelegt sein muss.
Zur Begründung in Schritt 03 — dort steht, welche Entscheidungen hinter den Punkten stehen und welche Norm sie trägt.
Schritt 04 · Kommunikation mit den Mitgliedern 8 Punkte
Checkliste 04: Kommunikation mit den Mitgliedern
- Kanäle festlegen: einen verbindlichen, einen schnellen, einen Notweg — übrige abschalten.
- Prüfen, welche Aussendungen Werbung enthalten; diese vom Rundschreiben trennen.
- Für einwilligungsbasierte Verteiler das Double-Opt-in einrichten und Nachweise sichern.
- Offenen Verteiler abschaffen: nur Blindkopie oder ein Versandwerkzeug.
- Satzung auf die Form der Einladung prüfen und gegebenenfalls Änderung vorbereiten.
- Abmeldeweg in jeder einwilligungsbasierten Aussendung testen — ohne Anmeldung erreichbar.
- Liste der Mitglieder ohne elektronische Erreichbarkeit führen und den Notweg bedienen.
- Versandrhythmus beschließen und die redaktionelle Verantwortung protokollieren.
Zur Begründung in Schritt 04 — dort steht, welche Entscheidungen hinter den Punkten stehen und welche Norm sie trägt.
Schritt 05 · Kasse und Beiträge 8 Punkte
Checkliste 05: Kasse und Beiträge
- Gläubiger-Identifikationsnummer beantragen und in den Vertragsordner legen.
- Inkassovereinbarung mit der Bank abschließen; Konditionen im Protokoll festhalten.
- Mandate einholen und je Mitglied mit Mandatsreferenz beim Datensatz ablegen.
- Einzugstermin in der Beitragsordnung oder im Mandat nennen; Vorabankündigung regeln.
- Belegablage festlegen: fortlaufende Nummer, unveränderbare Speicherung, Sicherung.
- Einseitige Verfahrensdokumentation für das ersetzende Scannen schreiben.
- Prüfordner je Geschäftsjahr anlegen und den Kassenprüfern Lesezugriff einrichten.
- Zweites Vorstandsmitglied mit Lesezugriff auf die Kontoumsätze ausstatten.
Zur Begründung in Schritt 05 — dort steht, welche Entscheidungen hinter den Punkten stehen und welche Norm sie trägt.
Schritt 06 · Außendarstellung 8 Punkte
Checkliste 06: Außendarstellung
- Prüfen, auf wen Domain und Hosting laufen; auf den Verein umschreiben lassen.
- Fünf Grundseiten festlegen; die vier Leitfragen von der Startseite aus erreichbar machen.
- Impressum nach § 5 DDG vollständig anlegen, mit Register und Vertretung.
- Datenschutzerklärung an der tatsächlichen Einbindung ausrichten, nicht am Mustertext.
- Externe Einbindungen prüfen und, wo möglich, entfernen — dann entfällt das Banner.
- Fotoeinwilligungen dokumentieren; ohne Nachweis kein Bild mit erkennbaren Personen.
- Zwei Personen bestimmen, die Inhalte ändern können, und beide einweisen.
- Verzeichniseinträge vereinheitlichen und den jährlichen Prüftermin setzen.
Zur Begründung in Schritt 06 — dort steht, welche Entscheidungen hinter den Punkten stehen und welche Norm sie trägt.
Schritt 07 · Übergabe 8 Punkte
Checkliste 07: Übergabe
- Kontenliste aktualisieren: jedes Konto, jede Domain, jedes Postfach mit Inhaber und Kosten.
- Alle Zugänge, die auf Privatpersonen laufen, auf Vereinskonten umschreiben.
- Wiederherstellungsadressen auf die Funktionsadressen des Vereins umstellen.
- Passwortspeicher einrichten, zweite Person berechtigen, Zugang übergeben.
- Vertragsübersicht mit Laufzeiten und Kündigungsfristen anlegen.
- Beschlusssammlung und Jahreskalender beilegen.
- Registeranmeldung des Vorstandswechsels unmittelbar nach der Wahl veranlassen.
- Zweiten Übergabetermin drei bis sechs Wochen später vereinbaren und protokollieren.
Zur Begründung in Schritt 07 — dort steht, welche Entscheidungen hinter den Punkten stehen und welche Norm sie trägt.
Fragen zu den Listen
5 Fragen, die in der Vorstandsarbeit tatsächlich gestellt werden.
Wie viele Sitzungen braucht man für alle sieben Listen?
Sieben, wenn je Sitzung eine Liste beschlossen wird — das ist der Rhythmus, für den die Listen geschnitten sind. Jede ist in zwanzig Minuten durchzugehen und endet mit Beschlüssen, nicht mit Absichten.
Wer schneller vorgehen will, kann die Listen drei und vier oder sechs und sieben zusammenlegen. Die ersten beiden gehören einzeln behandelt, weil alles Weitere auf ihrem Ergebnis aufsetzt.
Was tun, wenn ein Punkt nicht beantwortet werden kann?
Ihn als offen protokollieren, mit Namen und Frist. Ein unbeantworteter Punkt ist ein Ergebnis: Er zeigt, wo im Verein etwas nicht dokumentiert ist, und genau das ist der Zweck der Übung.
Was nicht passieren sollte, ist ein Haken aus Gefälligkeit. Eine Liste, in der jede Zeile sauber aussieht, wurde nicht ehrlich abgearbeitet.
Muss die Reihenfolge eingehalten werden?
Bei den Listen eins und zwei ja: Bestandsaufnahme und Stammdatensatz sind die Grundlage, auf die alle weiteren zugreifen. Ab drei entscheidet die Not — klemmt der Beitragseinzug, zieht man fünf vor.
Liste sieben gehört ans Ende, weil sie die Ergebnisse aller vorherigen dokumentiert. Wer nur eine einzige Liste abarbeiten kann, nimmt trotzdem diese.
Warum gibt es die Listen nicht als Datei?
Weil eine Datei still veraltet, während die Seite gepflegt wird, und weil eine Liste ohne die Begründung, aus der sie stammt, zu Häkchen ohne Verständnis führt. Jede Liste hier verweist deshalb zurück auf ihren Schritt.
Die Punkte sind kurz genug, um sie in ein Protokoll oder eine Tagesordnung zu übertragen. Genau dort gehören sie hin.
Reicht diese Seite ohne die Schritte selbst?
Für die Durchführung ja, für die Entscheidungen nein. Die Listen sagen, was zu tun ist; sie sagen nicht, warum ein Punkt so und nicht anders formuliert ist und welche Alternativen es gäbe.
Wer eine Zeile nicht einordnen kann, findet die Begründung im zugehörigen Schritt — jede der 7 Listen ist direkt mit ihm verlinkt.